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Pokertells - Lerne deine Gegner zu lesen

Pokertells - Lies deine Gegner wie ein
Buch
Tells
Wenn man erstmal die Grundlagen des Pokerspiels gemeistert hat ist die
Psychologie der Punkt welcher einen +/- 0 Spieler von einem Gewinn
Spieler unterscheided. Manchmal ist es besser den Gegner zu spielen als
seine Karten. Die Grundlage dafür liefert die
Fähigkeit sein Gegenüber zu lesen. Wer beim Poker
seine Mitspieler beobachtet und richtig liest wird Geld gewinnen selbst
wenn man mal einen schlechten Lauf der Karten hat.
Das Standardwerk im Bereich Poker Tells ist Book of Poker Tells von
Mike Caro. Ich kann hier
natürlich nur einen minimalen Überblick der am
häufigst gezeigtesten Tells geben. Es gibt unendlich
viele kleine Tells, manche Allgemeingültig manche
Personen spezifisch. Wer sich ein wenig mehr mit der Poker Psychologie
und dem Thema beschäftigen möchte dem sei Caros Buch
dringend angeraten. Eher abraten kann ich hingehen von Phil Hellmuths
"Million Dollar Secrets to Bluff and Tells" - wer
nicht ein ausgesprochener Hellmuth Fan ist und auf seine Geschichten
steht in dem er wie immer der beste, schlauste und schönste
ist findet mehr Infos auf jeder beliebigen Pokerwebseite.
Ein Gewinn Spieler beobachtet seine Gegner am Pokertisch in jeder
Situation. Es spielt keine Rolle ob er selber in der Hand ist oder
nicht. Mit jeder gespielten Hand vergössert man so sein Wissen
über den Gegner das wenn man in der Hand ist bare
Münze wert ist. Versuche bei jeder Hand den Gegner auf eine
Hand zu setzen. Gelingt es Dir die Hand des Gegners richtig
einzuschätzen stärkt es Dein Selbstbewusstsein wenn
Du gegen diesen Spieler in einer Hand bist, misslingt Dir der "Read"
passt Du in der nächsten Hand mit Ihm mehr auf und bist extra
vorsichtig. Als Grundsatz gilt auch das Du Dir deine Karten nie
anschauen solltest bevor Du wirklich dran bist. Die Wahrscheinlichkeit
das Du einen Tell verpasst ist einfach zu hoch. Werden die Community
Cards gedealt dann schau auf Deine Gegner und nicht auf die Community
Cards. Starrt der Gegner auf die Community Cards und sucht "seine
Hand", richtet er sich plötzlich auf oder guckt er erst Deinen
Chipstapel und dann seinen an? Dies sind alles wertvolle Tells die den
Ausgang einer Hand zu Deinen Gunsten beeinflussen können.
Wenn Du das Gegner lesen trainierst wirst Du oft wissen was der Gegner
hält und warum er dies und das macht. Oft wirst Du auch genau
die Hole Cards des Gegner vorhersagen können bevor er sie am
Showdown umdreht.
Hast Du einen Tell eines Gegners aufgeschnappt dann gib nach der Hand
nicht damit an. "Ich wusste das Du bluffst weil Du bla bla bla gemacht
hast" - einem Spieler dem man sowas sagt macht nie wieder "bla bla
bla". Nutze Dein Wissen
um Geld aus deinen Gegnern zu extrahieren und nicht um damit anzugeben
oder sie bloss zu stellen. Generell gilt eh: Umso schlechter der
Spieler ist umso netter bist Du zu Ihm.
Grundsätzlich unterscheidet man bei Poker Tells zwei Arten:
Gespielte und unbewusste Tells. Die erste Aufgabe ist es diese beiden
Tells auseinander zuhalten. Gespielte Tells haben die Intention eine
bestimmte Reaktion hervorzurufen. Tut der Gegner so als hätte
er eine sehr schwache Hand ist seine Hand eigentlich stark im
Umkehrschluss gilt das wenn ein Gegner eine sehr starke Hand
demonstriert ist es meist ein Bluff. Wenn Du einen gespielten Tell des
Gegners ausmachst dann entäusche Ihn indem Du genau das
Gegenteil machst zu dem er Dich verleiten will. Die am
häufigsten gespielte Reaktion ist ein gequältes
Stöhnen wenn sich der Spieler seine Karten anschaut oder der
Flop/Turn gedealt wird. Du kannst davon ausgehen das der Spieler
entweder ein hohes Pärchen in den Hole Cards hat oder die
Board Cards hart genug getroffen hat das er möglichst viel
Geld von Dir im Pott sehen will. Versuche also immer die Motivation
erkennen die hinter der Aktion eines Spielers steht.
Caro´s Great
Law of Tells
Players are either acting or they
aren´t. If they are acting,
then decide what thy want you to do and disappoint them.
Mike Caros Book of Poker
Tells,
5th Edition 2004, Page 8
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Schwieriger zu erkennen, aber auch profitabler sind unbewusste Tells.
Eine Information bekommt man schon bevor überhaupt
die erste Hand ausgeteilt wurde: Wie arrangiert der Spieler seinen
Chipstack? Macht er ordentliche Stapel nach Farben und richtet sogar
die Edge Spots der Chips aus? Oder ist sein Chipstapel ein wildes
Durcheinander von ungleich hohen, farblich gemischten Chips?
Wie ein Spieler seine Chips stapelt gibt einen kleinen
Einblick in seine Spielart.
Ordentliche akkurate Chipstapel weisen auf einen tighten vorsichtigen
Spieler der wenig Bluffed. Ein wildes Chip durcheinander weist auf
einen unvorsichtigen, loosen Spieler hin der fähig ist mit
jeden Karten zu raisen oder einen raise zu callen. Es gibt kaum Spieler
die versuchen dieses Phänomen zu spielen. Es gibt keine
Notwendigkeit schon lange vor einer Hand die erst noch ausgefochten
wird einen Act hinzulegen. Selbst wenn ein Spieler der normalerweise
seine Chips mit dem Lineal ausrichtet, die Chips vor dem Spiel zur
Ablenkung als wilden Haufen darbietet wird sich spätestens
nach der 10ten Hand unbewusst unwohl fühlen und zu seinem
angestammten Verhalten zurückkehren.
Ein sehr schwierig zu spielender Tell, also in die Kategorie der
unbewussten Tells einzuordnen ist die veränderte Atmung und
die Änderung der Stimmlage. Ein Spieler mit einer starken Hand
atmet schneller und seine Stimme überschlägt sich
wobei ein Bluffender Spieler langsamer oder gar ganz aufhört
zu atmen (temporär, obwohl es in manchen US Casinos die Regel
gilt das ein Spieler All-In ist falls er während einer Hand
verstirbt. Es ist mindestens ein Fall bekannt wo der tote Spieler die
Hand auch gewonnen hat).
Auch ein Anspannen der Muskeln, ein aufblähen der Brust,
zitternde Hände, eine Veränderung der Augeniris oder
ein Anschwillen der Venen durch erhöten Blutdruck
deutet auf eine starke Hand hin. Hierfür gibt es sogar eine
wissenschaftliche Erklärung. Der Spieler bereitet sich
unbewusst auf eine Konfrontation vor und der Körper richtet
sich auf Kampf oder Flucht ein. Bei einem Bluff dominiert die
Sicherheit einen bei einem evtl. Reraise die Konfrontation durch einen
Fold aus dem Wege zu gehen. Dieses von den Urzeitmenschen geerbte
Verhalten lässt sich sehr schwer bis gar nicht
Unterdrücken.
Ein weiterer von vielen Spielern nicht zu unterdrückender Tell
ist die Tatsache das viele Leute nicht lügen und dabei seinem
Gegenüber in die Augen schauen können. Wenn Dich also
ein Spieler anstarrt dann frag Ihn einfach stumpf ob er das Ass
getroffen hat oder ob er Bluffed. Aus seiner Reaktion und Antwort
kannst Du oft die Warheit herauslesen und die 100% richtige
Entscheidung treffen. Ähnliches gilt für Spieler die
Ihren Mund bedecken: Dieser Spieler hat was zu verbergen und versucht
mit hoher Warscheinlichkeit einen Bluff durchzuziehen.
Preflop Tells
Besonders Anfänger geben dem geübten Betrachter einen
guten Eindruck seiner Starthandstärke wenn Sie sich
nur Ihre Hole Cards anschauen. Im Regelfall werden gute Karten
länger angeschaut als schlechte. Richtet sich ein Spieler auf
und/oder lehnt sich zurück deutet auch dies auf ein gutes
Blatt hin da gerade das zurücklehnen im Stuhl unbewusst
Sicherheit signalisiert. Ein Hängen lassen der
Schultern deutet im Allgemeinen auf Unsicherheit hin und es kann von
einer schlechten Starthand ausgegangen werden.
Ein Spieler der nachdem er seine Karten angeschaut hat
künstlich Ablenkung sucht wie z.B. fragt ob einer einen guten
Pokerwitz kennt, sich interessiert sein Handy Display anschaut, mit der
Kellnerin flirtet und dann nebenher lässig einen Raise called
oder selber bettet/raised nur um sich dann wieder seiner Ablenkung zu
widmen hat mit Sicherheit eine Premium Hand. Er fühlt sich
sicher und braucht aus seiner Sicht nicht dem Spielgeschehen folgen da
er davon ausgeht das er eh die beste Hand hat. Diese gespielte
Un-Interessiertheit am Spielgeschehen sieht man sehr oft und wer weis
damit umzugehen kann Kapital daraus schlagen.
Bei vielen Homegames und in manchen Casinos ist das Essen am Tisch
erlaubt um das Spiel nicht unterbrechen zu müssen.
Spieler neigen dazu Hände wie kleine Suited
Connectors oder Suited Kings/Aces die sie sonst spielen würden
wegzuwerfen um Ihr Mahl fortzusetzen um dann in Ruhe weiterspielen zu
können. Unterbricht ein Spieler seine Mahlzeit um sich ganz
der Hand zu widmen hat er wohl eine Premium Hand und es muss mit
großer Vorsicht weitergespielt werden. Im allgemeinen gilt:
Unterbricht ein Spieler seine längerfristigen
Aktivitäten die er vor dem Dealen der Holecards begonnen hat
dann deutet das auf eine starke Hand hin.
Einer der klassischen Anfänger Tells ist das *seufzen* und
Stirnrunzeln bei der Ansicht seiner Starthände. Einen Call
mit "Warum spiel ich diese Hand überhaupt?" zu
kommentieren gehört zu einer der plumpesten Versuche seine
starke Hand zu verstecken.
Ein Spieler der direkt nach dem Ansehen der Startkarten auf seinen
Chipstapel blinzelt bereitet sich innerlich schonmal auf Angriff vor.
Er hat gute Karten und überlegt wieviel er wohl hat nachdem er
seinen Stack verdoppelt hat. Oft ist dies auch gepaart mit einem
leichten Aufzucken, oder zurücklehnen im Stuhl.
Achtet auch auf die Aktionen von Spielern die sich Ihre Hand gleich
anschauen lange bevor Sie an der Reihe sind. Ein kleines Beispiel:
- Acht Spieler am Tisch und Ihr beobachtet wie der Spieler im Small
Blind sich seine Karten anschaut um dann mit jemandem ein
Gespräch anfängt.
- Alle folden und als die Action bei Ihm ist hält er im
Gespräch inne. Guckt kurz in die Runde und evtl. nochmal unter
seine Karten und Raised dann. Danach wartet er gespannt auf die
Reaktion des Big Blinds.
In dieser Situation kann davon ausgegangen werden das der SB Spieler
einen Steal versucht.
Hier ist sein Gedankengang:
"Oh, 7-2Offsuited - Mist Hand- Klarer Fold" - für Ihn ist die
Runde abgeschlossen und nicht mehr von Interesse.
Alle folden und als die Action bei Ihm angekommen ist analysiert er die
Situation und denkt in etwa folgendes:
"Mhh.. Alle haben gefoldet. Wenn ich jetzt Raise kann ich die Blinds
klauen"
Hätte der gleiche Spieler eine Hand mit Zukunft aber keine
Premium Hand dann würde er nach dem Anschauen der Starthand
das Spielgeschehen interessiert betrachten um die Aktionen der Spieler
bewerten zu können.
Würde er jedoch z.B AA halten, dann würde er evtl.
auch eine Konversation starten und den Raise ganz nebenher
tätigen und sein Gespräch auf keinen Fall
unterbrechen um in die Runde oder in die Karten zu schauen. Er braucht
die Situation nicht neu zu analysieren.
Das vorhergehende Beispiel zeigt aber auch deutlich wie schwer es ist
Tells richtig zu deuten und das die Wahrscheinlichkeit aufs Glatteis
geführt zu werden hoch ist.
Besonders wenn gute Spieler am Tisch sitzen die um die
Fähigkeit der anderen wissen Tells richtig zu lesen und
Einzuordnen bekommt der psychologische Aspekt des Pokerspiels noch mehr
Bedeutung und macht das Spiel noch reiz- und anspruchsvoller da hier
dann mit umgedrehter Psychologie gearbeitet werden kann (dies
funktioniert natürlich nicht wenn ein Spieler auch die
plumpesten Tells und den allgemeinen Grundsatz für gespielte
Tells: "Weak is Strong
and Strong is Weak" nicht kennt.)
Tells am Flop/Turn/River
Werden die Community Cards gedealt sollte man sich, sofern man nicht am
Zug ist, die Karten nicht anschauen. Zum einem ist die Gefahr gross das
man selbst einen unbewussten Tell abgibt und zum zweiten verpasst man
evtl. wichtige Informationen des Spielers der zuerst eine Aktion
durchführen muss. Also immer Augen auf den "First to act"
-Spieler.
Kommt der Flop ganz in Rot oder Schwarz mit zwei Karten einer Farbe
(ein wenig wiedersprüchlich da Rot eine Farbe aber Karo und
Herz zwei Farben sind, aber ich komme auf keinen besseren Ausdruck)
daher, also zum Beispiel zwei Herz und ein Karo oder 2 Kreuz und ein
Pik, und ein Spieler schaut unter seine Karten dann ist er oft auf
einem Flush Draw und weiss nicht mehr genau in welchen Farben seine
Hole Cards sind. Im Regelfall können sich
Anfänger Ihre Karten im besten Fall so merken: "Bube und Dame,
beide Rot".... (Anmerkung: Trainiert Euch darin eure Hole Cards
auswendig zu lernen so das Ihr sie euch niemals ein zweites Mal
anschauen müsst.
Ihr solltet zu jeder Zeit der Runde wissen und sicher sein
das Euer Ass in Karo und der König in Herz ist). Ein
Spieler der einen roten Flop sieht und sich errinert das er rote Hole
Cards hat wird also direkt mal nachschauen ob er nicht einen Flush hat
oder kurz davor steht einen zu bekommen.
Ein Spieler der lange und angestrengt auf die Board Cards im
Flop schaut sucht seine Hand darin. Er hat warscheinlich nichts
getroffen und überlegt wie er mit seiner Hand noch einer
Strasse kommt oder wie er sonst seine Hand irgendwie aufwerten kann.
...to be continued

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